Druckluftschaumlöschanlagen (CAFS)
Vorläufiger Anforderungskatalog zum Einbau in ein Löschfahrzeug
- Die gesamte Anlage, insbesondere der Kompressor, muss für einen mindestens 6-stündigen Dauerbetrieb bei Volllast ausgelegt sein.
- Die Druckluftschaumlöschanlage muss einen Schaum mit einen Volumenanteil Wasser-Luft von 60 : 40 (sog. CAFS wet) sowie mit einem Volumenanteil Wasser-Luft von 20 : 80 ( sog. CAFS dry) vollautomatisch erzeugen können, d.h. ein Anpassen der Druckluft- und der Schaummittelzufuhr an den jeweiligen Betriebszustand der Feuerlöschkreiselpumpe muss automatisch erfolgen. Bei Änderung des Umgebungsdrucks und der Temperatur muss zudem eine Kompensation erfolgen. Parameter wie Schaummittelraten, Fördermenge des Löschwassers oder dgl. müssen fest einstellbar sein. Der vom Kompressor erzeugte Luftdruck muss mittels eines Steuerventils gegebenenfalls auch manuell veränderbar sein.
- Beim Einschalten der Anlage muss sich diese zunächst selbsttätig überprüfen und evtl. Fehler sofort am Maschinistenstand anzeigen.
- Bei einem Totalausfall des automatischen Regelkreises der Druckluftschaumlöschanlage muss zumindest der Betrieb der Feuerlöschkreiselpumpe gewährleistet sein (konventioneller Betrieb").
a) Schaummittelbehälter Beim Befüllen der Schaummittelbehälter ist ein Verunreinigen möglicherweise darunter liegender Geräteräume, Ausrüstungsgegenstände bzw. Teile der Löschanlage mit Schaummittel auszuschließen; entsprechende wirksame einbautechnische Vorkehrungen sind durch den Aufbauhersteller zu treffen.
Empfehlung: Um die Kosten für die Vorhaltung von Schaummittel bei den Feuerwehren niedrig zu halten, sollte möglichst nur ein geeignetes (Mehrzweck-) Schaummittel für Brandklasse A und B - verwendet werden.
Inhalt des Schaummittelbehälters:
LF 16 / 12: 120 l
TLF 24 / 50: 500 lAuf die nach Norm vorgeschriebene Ausstattung zur konventionellen Schaumerzeugung (Zumischer, Schaummittelbehälter, Schaumrohre) kann verzichtet werden.
b) Schaummittelpumpe (möglichst Zahnradpumpe)
- Die Zumischung des Schaummittels hat druckseitig (nach der Feuerlöschkreiselpumpe) zu erfolgen;
- Ein Soll / Istwertvergleich der geforderten Schaumittelmenge muss ständig gewährleistet sein;
- Um ein Verunreinigen der Schaummittelpumpe auszuschließen, ist ein geeigneter Schaummittelfilter zu berücksichtigen;
- Schaumzumischraten von 0,1 - 6 % müssen einstellbar sein. Die max. Fördermenge sollte mind. 19 l / min betragen;
- Für eine regelmäßige Überprüfung bzw. Kalibrierung der Schaummittelpumpe - ohne dass dabei Schaum erzeugt wird - ist ein Bypassventil mit Prüfanschluss einzubauen.
- Um das gesamte Schaumzumischsystem nach jedem Betrieb mit Wasser spülen zu können, ist eine ständige Verbindung vom fest eingebauten Löschwassertank zur Schaummittelpumpe herzustellen.
- Durch den Einbau geeigneter Rückschlagventile ist ein Zurückströmen des Schaummittel Wassergemisches in den Tank wirksam zu verhindern.
c) Luftkompressor Der Luftkompressor sollte mind. folgende Leistungswerte aufweisen:
TLF 24 / 50: 5.400 l/min
d) Bedienfeld Ein Bedienfeld ist am Maschinistenstand im Heckbereich des Fahrzeuges anzubringen. Folgende Daten müssen ablesbar sein:
- Füllstandsanzeige für die Schaummittelbehälter
- Schaummittelzumischrate
- Löschwasserfördermenge und -druck
- Kompressorfördermenge und -druck
- Kompressoröltemperatur (Schwellwertanzeige)
III.) Sonstiges: Für die Schaumerzeugung können auch noch folgende Zusatzeinrichtungen erforderlich sein:
a) Verwirbelungsstrecke
b) Ölkühler mit (hydrostatischen) Ventilator zum Abkühlen des Kompressoröls; dieser darf auch auf dem Dach des Fahrzeuges untergebracht werden. Abweichend von der DIN 14530 Teil 11 darf die zulässige Gesamthöhe eines LF 16/12 bis zu 3,30 m betragen. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass sämtliche Durchfahrten und Unterführungen im Ausrückebereich einer Feuerwehr - insbesondere in historischen Altstadtbereichen - nicht die Einsatzfähigkeit eines LF 16/12 mit CAFS einschränkt.
- Der Antrieb des Luftkompressor sollte möglichst durch einen zusätzlichen zweiten Nebenantrieb erfolgen. Alternativ kann auch eine Einheit aus Verteilergetriebe, Feuerlöschkreiselpumpe und .Kompressor eingebaut. werden. Die Antriebsstränge müssen in jedem Fall entsprechend den Regeln der Technik ausreichend stark dimensioniert sein.
- Beim Einbau der elektrischen Ausrüstung ist auf die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu achten.
- Für wenigstens 3 Maschinisten einer Feuerwehr ist eine mind. 1-tägige Einweisung, insbesondere in der praktischen Bedienung dieses System, durch den Aufbauhersteller des Fahrzeuges zu gewährleisten.
- Der Aufbauhersteller muss ein Handbuch über die Bedienung, den Aufbau und die notwendige Wartung des Druckluftschaumlöschsystem mitliefern.
Weitere Informationen zu CAFS finden Sie auch auf folgender Internet-Seite: http://www.cafs.de/
